Abneh­men mit iFas­ten – Wis­sen­schaft und Anwen­dung

Eine Buch­be­spre­chung

Das iFas­ten – oder Inter­vall­fas­ten – ist der klei­ne Bru­der des Fas­tens. iFas­ten bedeu­tet, einen Tag pro Woche fas­ten. An einem belie­bi­gen Wochen­tag wird nur kalo­rien­frei­es Flüs­si­ges wie Früch­te­tee, Mine­ral­was­ser oder nor­ma­les Lei­tungs­was­ser zu sich genom­men. Die­ser eine Tag des Nicht­es­sens hat die­sel­ben heil­sa­men Wir­kun­gen wie län­ge­res Fas­ten, haben Wis­sen­schaft­ler her­aus­ge­fun­den [1]. Denn iFas­ten löst im Kör­per die­sel­ben Mecha­nis­men aus, wie län­ge­res Fas­ten: Die Akti­vie­rung der Selbst­hei­lungs­kräf­te, womit unter vie­lem ande­ren auch die kör­per­ei­ge­ne Gewichts-Regu­lie­rung ange­sto­ßen wer­den [2].

Die Autoren des Buches „Abneh­men mit iFas­ten“ – sel­ber erfah­re­ne iFas­ter – bear­bei­te­ten aus lang­jäh­ri­gem Eigen­in­ter­es­se das The­ma Über­ge­wicht. Ihre Erfah­run­gen (auch aus dem Fit­ness­stu­dio), Recher­chen und eige­ne wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten mün­de­ten in einem quer­den­ke­ri­schem Buch: Zu Beginn stel­len die Autoren die wah­ren Ursa­chen von Über­ge­wicht dar und regen das Hin­ter­fra­gen bestimm­ter Denk­ge­wohn­hei­ten an. Bei­spiel: „Weni­ger essen macht schlank. Also muss viel essen dick machen“. Umfas­sen­de Lite­ra­tur­re­cher­chen und Meta-Ana­ly­sen der bei­den erga­ben, dass die welt­wei­te Über­ge­wichts-Epi­de­mie auf sehr viel mehr Ursa­chen beru­hen kann als meist ange­nom­men: Anti­bio­ti­ka, Schä­den der Darm­flo­ra, Stress, Schlaf­stö­run­gen, Kon­sum von Fer­tig- oder über­zu­cker­ter Lebens­mit­tel, zuviel Auto fah­ren, Bit­ter­stoff­man­gel der Nah­rung, bestimm­te Ade­no­vi­rus-Infek­tio­nen, erhöh­ter Medi­en­kon­sum (inten­si­ve Nut­zung des Han­dys, des Fern­se­hens oder Inter­nets) oder der Ein­nah­me bestimm­ter Medi­ka­men­te bei­spiels­wei­se.

Ein wei­te­rer Teil des Buches stellt eine eige­ne iFas­ten-Stu­die mit 52 Frau­en vor, die die Autoren gelei­tet haben. Die Ergeb­nis­se die­ser Stu­die bestä­ti­gen die inter­na­tio­na­len Stu­di­en, näm­lich, dass iFas­ten beim Abneh­men hilft. Das Beson­de­re die­ses iFas­ten­bu­ches jedoch ist, dass etli­che Stu­di­en­teil­neh­me­rin­nen selbst zu Wort kom­men. Ihre Tes­ti­mo­ni­als umfas­sen vie­les, was die Frau­en wäh­rend der Stu­die beweg­te: So schil­dern sie ihre Erfah­run­gen, Erleb­nis­se, Gedan­ken und Gefüh­le rund um das iFas­ten. Zwei­feln­de Gedan­ken – näm­lich wie bei­spiels­wei­se „einen Tag lang nicht essen? Das schaf­fe ich nicht“ – hat­ten auch die Stu­di­en­teil­neh­me­rin­nen. Oder von Zwei­fel-Über­win­dung, Aus­pro­bie­ren von etwas Neu­em, Erfolg und Stolz berich­ten die Frau­en eben­falls. Und: Inter­es­san­ter­wei­se kann iFas­ten noch Wei­te­res in Gang brin­gen. Die Frau­en erzäh­len auch davon, dass sie ihre Essens­ge­wohn­hei­ten über­prüf­ten, der all­ge­mei­ne Geschmack sich änder­te, zum Bei­spiel man­ches als zu süß oder über­flüs­sig emp­fun­den wur­de. Bei eini­gen konn­te der lang­jäh­ri­ge Wunsch, gene­rell „gesün­der“ leben zu wol­len nach dem iFas­ten end­lich erst­mals ver­wirk­licht wer­den. Die selbst erfah­re­ne Stär­ke durch iFas­ten ermu­tigt näm­lich dazu, neue Chan­cen des Lebens zu ergrei­fen und Ände­run­gen zu rea­li­sie­ren.

Quel­len
[1] Sei­mon RV, Roe­kenes JA, Zibel­li­ni J, Zhu B, Gib­son AA, Hills AP, Wood RE, King NA, Byr­ne NM, Sains­bu­ry A: Do inter­mit­tent diets pro­vi­de phy­sio­lo­gi­cal bene­fits over con­ti­nuous diets for weight loss? A sys­te­ma­tic review of cli­ni­cal tri­als. Mol Cell Endo­cri­nol. 2015 Dec 15;418 Pt 2:153–72 (Kurzfassung(en): DOI | PMID).
[2] Hor­ne BD, Muh­le­stein JB, Ander­son JL: Health effects of inter­mit­tent fas­ting: hor­me­sis or harm? A sys­te­ma­tic review. Am J Clin Nutr. 2015 Aug;102(2):464–70 (Kurzfassung(en): DOI | PMID).

Die Autoren

Mario HirschlerDr. Mario Hirsch­ler
Er ver­fügt über 35 Jah­re Bran­chen­er­fah­rung, u. a. als Fit­ness­trai­ner, Per­­so­nal-Trai­­ner und geschäfts­füh­ren­der Inha­ber gro­ßer Fit­ness­an­la­gen. An der Bun­des­an­stalt für Lei­bes­er­zie­hung in Linz mach­te er den Abschluss als „staat­lich geprüf­ter Trai­ner für all­ge­mei­ne Kör­per­aus­bil­dung“.

Danach qua­li­fi­zier­te er sich wei­ter zum „Fit­ness­fach­wirt IHK“, 2004 eröff­ne­te er ein Stu­dio für Per­so­nal Trai­ning in Rhein­stet­ten. Par­al­lel dazu ist er als Per­­so­nal-Trai­­ner für Pre­­mi­um-Kun­­den welt­weit tätig. 2005 – 2008 Stu­di­um zum Bache­lor in Ernäh­rungs­be­ra­tung an der Deut­schen Hoch­schu­le für Prä­ven­ti­on und Gesundheitsmanagement/DHfPG, 2009 – 2011 Zweit­stu­di­um zum Bache­lor in Gesund­heits­ma­nage­ment an der DHfPG, 2011 – 2013 Mas­ter­stu­di­um mit den Schwer­punk­ten Gewichts­ma­nage­ment und Prä­ven­ti­ves Kraft­trai­ning.
• 2014 Hoch­schul­wei­ter­bil­dung Lebens­stilin­ter­ven­ti­on und Krebs erfolg­reich absol­viert
• 2015 Hoch­schul­wei­ter­bil­dung Stress­ma­nage­ment

Rainer H. BubenzerRai­ner H. Buben­zer
Nach dem Stu­di­um der Mathe­ma­tik und Medi­zin und einer Heil­­prak­­ti­ker- Aus­bil­dung begann die jahr­zehn­te­lan­ge Tätig­keit in der Wis­­sen­­schafts- und Gesun­d­heits- Kom­mu­ni­ka­ti­on. Schwer­punk­te dabei sind Natur­heil­kun­de, Gesund­heits­be­ra­tung, Alter­na­tiv­me­di­zin, Psy­cho­so­ma­tik, Psych­ia­trie, Krebs­me­di­zin, Endo­kri­no­lo­gie, Gas­tro­en­te­ro­lo­gie, Infek­tio­lo­gie, Zahn­heil­kun­de, Tier­me­di­zin und EDV in der Medi­zin.

Haupt­ziel­grup­pen sind Pati­en­ten und ande­re Gesun­d­heits-Inter­es­­sier­­te, Ärz­te, Apo­the­ker und Health Care Pro­fes­sio­nals aus ande­ren Berei­chen des Gesund­heits­sys­tems sowie gesund­heits­be­zo­ge­ne Dienst­leis­ter, Her­stel­ler oder Ver­bän­de. Das Medi­en­spek­trum reicht von Publi­kums­me­di­en („Bild der Frau“, „Tina“ u. a.) oder Radio und Fern­se­hen über Fach­pres­se („Deut­sches Ärz­te­blatt“, „Apo­the­ker Zei­tung“, „Münch­ner Medi­zi­ni­sche Wochen­schrift“ u.a.) und vie­le Inter­net­me­di­en („Heil­pflan­­zen- Welt.de“ u.a.) bis hin zu gesund­heits­be­zo­ge­nen Fach- oder Wei­­ter­­bil­­dungs-Publi­­ka­­tio­­nen.