Jah­re­lan­ge Ver­stop­fung! Wie am Schnells­ten los­wer­den?

ToilettenhäuschenFra­ge: Seit Jah­ren lei­de ich (38) an oft quä­len­der Ver­stop­fung. Wie kann sie am schnells­ten los­wer­den?

Anni­ka T. (41), Nürn­berg

Ant­wort: Zunächst ein­mal: Eine Ver­stop­fung, die sich über Mona­te oder Jah­re ent­wi­ckelt hat, kann kaum von heu­te auf mor­gen wie­der geheilt wer­den. Des­halb ist Geduld nötig, mal mehr, mal weni­ger. Ein­fach, weil die Darm­flo­ra Zeit braucht, um sich zu erho­len und zu rege­ne­rie­ren. Hier­bei hilft Flo­ra­glück aus­ge­spro­chen gut. Wich­tig: So häu­fig Men­schen unter Darm­träg­heit und Ver­stop­fung (Obs­ti­pa­ti­on) lei­den, so ver­schie­den sind die Ursa­chen:

  • sehr vie­le Medi­ka­men­te füh­ren zur Neben­wir­kung Ver­stop­fung (sie­he Lis­te)
  • am häu­figs­ten: eine oder meh­re­re Anti­bio­ti­ka-Behand­lun­gen
  • dau­er­haf­tes, lan­ges, täg­li­ches Sit­zen (bei der Arbeit, wäh­rend der Frei­zeit)
  • nicht aufs Klo gehen, wenn der Darm sich eigent­lich ent­lee­ren will
  • stren­ge „Stuhl­hy­gie­ne“ in der Kind­heit (zum Bei­spiel ein Klein­kind so lan­ge auf dem Topf sit­zen las­sen, bis es „Erfolg“ hat)
  • dau­er­haf­te Ernäh­rungs­feh­ler, vor allem weit­ge­hen­des Feh­len von prä­bio­ti­schen Bal­last­stof­fen
  • und vie­les mehr…

Die bei­den wich­tigs­ten Sofort­hil­fe-Maß­nah­men bei chro­ni­scher Darm­träg­heit und Ver­stop­fung sind: à Anre­gung der „guten“ Darm­bak­te­ri­en (weil dies gesun­de Darm­funk­tio­nen för­dert) und à Stei­ge­rung der Stuhl­fre­quenz (also die Häu­fig­keit von Stuhl­gang pro Woche).

Wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en zufol­ge ist der Wirk­stoff von Flo­ra­glück – der Bal­last­stoff Inu­lin aus natür­li­cher Weg­war­ten-Wur­zel – ein „Prä­bio­ti­kum“. Er för­dert also Ver­meh­rung und Akti­vi­tät von jenen Darm­bak­te­ri­en, die unse­rer Gesund­heit nüt­zen. Und Weg­war­ten-Inu­lin erhöht mess­bar die Stuhl­fre­quenz und trägt so zu einer nor­ma­len Darm­funk­ti­on bei. Die­se Wir­kung tritt jedoch nicht sofort ein, son­dern braucht Tage, Wochen oder gele­gent­lich sogar Mona­te.

Beglei­tend zur Flo­ra­glück-Kur (8–12 Wochen) sind wich­tig: Gesun­de Ernäh­rung (viel Gemü­se, Obst, bal­last­stoff­rei­che Lebens­mit­tel), täg­li­che kör­per­li­che Bewe­gung, aus­rei­chen­des Was­ser-Trin­ken, gele­gent­li­che anre­gen­de Bauch­mas­sa­gen oder Ent­span­nungs-Übun­gen ver­hel­fen zu einem gesün­de­ren Darm und besie­gen dau­ern­de Darm­träg­heit und chro­ni­scher Ver­stop­fung.

Schnel­le Wir­kung!? Obwohl Flo­ra­glück die Darm­flo­ra rege­ne­rie­ren soll (was Zeit braucht), kann Weg­war­ten-Inu­lin auch „durch­schla­gend“ und schnell die Darm­ak­ti­vi­tät anre­gen. Dazu muss der Bal­last­stoff in höhe­rer Dosis ein­ge­nom­men wer­den (zum Bei­spiel 12 Gramm pro Tag, also vier Dosier­löf­fel voll Flo­ra­glück, oder mehr). Dann wirkt Flo­ra­glück wie ein „osmo­ti­sches Abführ­mit­tel“, das Was­ser an sich bin­det und so den Stuhl erweicht (ähn­lich wie beim Abführ­mit­tel Lak­tu­lo­se). Bit­te beach­ten: Die­se Wir­kung ist rein sym­pto­ma­tisch, also auf die Beschwer­den gerich­tet. Die Chan­ce auf eine dau­er­haft anhal­ten­de Har­mo­ni­sie­rung der Darm­ak­ti­vi­tät besteht nur bei einer län­ge­ren Flo­ra­glück-Kur.