Prä­bio­ti­ka zur Bekämp­fung von Krank­hei­ten: Rea­li­tät oder Fik­ti­on?

Ballaststoffe in Gemüse

Im Magen-Darm-Trakt leben­de Bak­te­ri­en sind für die mensch­li­che Gesund­heit und das Auf­tre­ten von Krank­hei­ten von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Die Erhö­hung der nütz­li­chen Darm­flo­ra durch den Ver­zehr von Prä­bio­ti­ka, die „funk­tio­nel­le Lebens­mit­tel“ sind, könn­te ein ele­gan­ter Weg sein, um die Anzahl und Häu­fig­keit von Stö­run­gen zu begren­zen und sich von Dys­bio­se- oder Anti­bio­ti­ka-Behand­lun­gen zu erho­len.

Die­se Über­sicht kon­zen­triert sich auf die kurz­ket­ti­gen nied­rig ver­dau­li­chen Koh­len­hy­dra­te (LDCs), die vom Darm­mi­kro­bi­om (Darm­bak­te­ri­en) meta­bo­li­siert wer­den und als Ener­gie­quel­le, Anre­gung und Opti­mie­rung des Immun­sys­tems oder als Ver­mitt­ler der Mine­ral­auf­nah­me die­nen. Die Auf­nah­me von LDC-hal­ti­gen Lebens­mit­teln kann den Gesund­heits­zu­stand ver­bes­sern und Krank­hei­ten wie bei­spiels­wei­se bestimm­ten Krebs­ar­ten vor­beu­gen.

Prä­bio­ti­ka: Schüt­zen­de und the­ra­peu­ti­sche Anwen­dun­gen

Ange­sichts der gro­ßen Anzahl ver­schie­de­ner Mole­kü­le, die zu der LDC-Grup­pe gehö­ren, kon­zen­trier­ten wir uns auf Fruc­ta­ne (Inu­lin, Fruc­to-Oli­gos­ac­cha­ri­de/­FOS), Galac­to-Oli­gos­ac­cha­ri­de und resis­ten­te Stär­ken sowie deren the­ra­peu­ti­sche und schüt­zen­de Anwen­dun­gen.

Es gibt Hin­wei­se dar­auf, dass LDCs bak­te­ri­el­le und vira­le Infek­tio­nen hem­men kön­nen, indem sie die Abwehr­re­ak­tio­nen des Wirts modu­lie­ren und die Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen patho­ge­nen und nütz­li­chen Bak­te­ri­en ver­än­dern. Tier­stu­di­en und Stu­di­en an klei­nen Grup­pen mensch­li­cher Pro­ban­den legen nahe, dass LDCs auch dazu bei­tra­gen könn­ten, Darm­krebs, Dia­be­tes und meta­bo­li­schem Syn­drom ent­ge­gen­zu­wir­ken. Die Wirk­me­cha­nis­men von LDCs im mensch­li­chen Kör­per könn­ten brei­ter sein als ursprüng­lich ange­nom­men, mög­li­cher­wei­se auch reak­ti­ve Sau­er­stoff­spe­zi­es umfas­sen, die Ereig­nis­se abfan­gen und signa­li­sie­ren. (Kurz­fas­sung)

Autoren
• F Di Bar­to­lo­meo1, J B Star­tek, W Van den Ende.
1Labo­ra­to­ry of Mole­cu­lar Plant Bio­lo­gy and Leu­ven Food Sci­ence and Nut­ri­ti­on Rese­arch Cent­re (LFoRCe), Kas­teel­park Are­n­berg 31, 3001, Leu­ven, Bel­gi­um; Uni­ver­si­ty of the Stu­dies of Moli­se – Depart­ment of Agri­cul­tu­re Food and Envi­ron­ment (D.A.A.A.) – Ter­zo edi­fi­cio poli­fun­zio­na­le, Via de Sanc­tis, 86100, Cam­po­bas­so, Ita­ly.
Quel­le
Di Bar­to­lo­meo F, Star­tek JB, Van den Ende W: Pre­bio­tics to fight dise­a­ses: rea­li­ty or fic­tion? Phy­to­ther Res. 2013 Oct;27(10):1457–73 (Kurz­fas­sun­gen: DOI| PMID).
Schlüs­sel­wör­ter
• Darm­krebs­prä­ven­ti­on, Fruc­ta­ne, Magen-Darm-Erkran­­kun­­gen, schwer ver­dau­li­che Koh­len­hy­dra­te, Prä­bio­ti­ka.
Bild­nach­weis
• Alex­an­dr Pod­val­ny (unsplash.com, WOxddhzhC1w).
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