Poly­phe­nol­rei­cher Extrakt aus Gra­nat­ap­fel­scha­len lin­dert Gewe­be­ent­zün­dun­gen und Hyper­cho­le­ste­rin­ämie bei durch fett­rei­che Ernäh­rung fett­lei­bi­gen Mäu­sen: mög­li­che Bedeu­tung der Darm­flo­ra

Granatapfel bei Übergewicht

Gra­nat­ap­fel­ex­trak­te wer­den seit Jahr­hun­der­ten in der tra­di­tio­nel­len Medi­zin ver­wen­det, um gesund­heit­li­che Vor­tei­le bei einer Rei­he von Ent­zün­dungs­krank­hei­ten, mikro­biel­len Infek­tio­nen und Krebs zu errei­chen. Das Scha­len­obst ist reich an Poly­phe­no­len, die in vitro anti­oxi­da­tive und ent­zün­dungs­hem­men­de Eigen­schaf­ten auf­wei­sen. Neue­re Stu­di­en deu­ten stark dar­auf hin, dass die Darm­flo­ra (Darm-Mikro­bi­om) ein Umwelt­fak­tor ist, der bei der Beur­tei­lung der Risi­ko­fak­to­ren im Zusam­men­hang mit Fett­lei­big­keit berück­sich­tigt wer­den muss.

Ziel der vor­lie­gen­den Stu­die war es, die prä­bio­ti­sche Wirk­sam­keit eines poly­phe­nol­rei­chen Gra­nat­ap­fel­scha­len­ex­trak­tes (PPE) in einem Ernäh­rungs­mo­dell für Fett­lei­big­keit im Zusam­men­hang mit Hyper­cho­le­ste­rin­ämie und Ent­zün­dungs­stö­run­gen zu tes­ten. Balb/c‑Mäuse erhiel­ten über einen Zeit­raum von 4 Wochen ent­we­der eine Kon­troll­di­ät oder eine fett­rei­che (HF) Diät mit oder ohne PPE (6 mg/Tag pro Maus). Inter­es­san­ter­wei­se erhöh­te die PPE-Ergän­zung das Gewicht des Blind­darm­in­halts und sei­nen Pool an Bifi­do­bak­te­ri­en. Es ver­än­der­te nicht signi­fi­kant die Kör­per­ge­wichts­zu­nah­me, den Blut­zu­cker­spie­gel, die Glu­ko­se­to­le­ranz und die im Serum gemes­se­nen Ent­zün­dungs­mar­ker. Es redu­zier­te jedoch den durch die HF-Füt­te­rung indu­zier­ten Serum­spie­gel an Cho­le­ste­rin (ins­ge­samt und LDL). Dar­über hin­aus wirk­te es der HF-indu­zier­ten Expres­si­on von Ent­zün­dungs­mar­kern sowohl im Dick­darm als auch im vis­ze­ra­len Fett­ge­we­be ent­ge­gen.

Gra­nat­ap­fel bei Über­g­wicht: Fett­stoff­wech­sel-Effek­te durch Darm­flo­ra bedingt

Zusam­men­ge­nom­men bestä­ti­gen die­se Ergeb­nis­se, dass Gra­nat­ap­fel ein viel­ver­spre­chen­des Nah­rungs­mit­tel zur Bekämp­fung von athe­ro­ge­nen und ent­zünd­li­chen Erkran­kun­gen im Zusam­men­hang mit diä­te­tisch beding­ter Fett­lei­big­keit dar­stellt. In Anbe­tracht der schlech­ten Bio­ver­füg­bar­keit von Gra­nat­ap­fel­po­ly­phe­no­len deu­tet die bifido­ge­ne Wir­kung, die nach dem Ver­zehr von PPE beob­ach­tet wur­de, auf die Betei­li­gung des Darm­mi­kro­bi­oms an der Steue­rung des Wirts­stoff­wech­sels durch Poly­phe­nol­ver­bin­dun­gen des Gra­nat­ap­fels hin.

Autoren
• Audrey M Ney­rinck1, Vin­cent F Van Hée, Lau­re B Bin­dels, Fabi­en­ne De Back­er, Patri­ce D Cani, Natha­lie M Del­zen­ne.
1Meta­bo­lism and Nut­ri­ti­on Rese­arch Group, Lou­vain Drug Rese­arch Insti­tu­te, Uni­ver­si­té catho­li­que de Lou­vain, Ave­nue Mounier 73, Box B1.73.11, B‑1200 Brussels, Bel­gi­um.
Quel­le
Ney­rinck AM, Van Hée VF, Bin­dels LB, De Back­er F, Cani PD, Del­zen­ne NM: Poly­­phe­­nol-rich extra­ct of pome­gra­na­te peel alle­via­tes tis­sue inflamm­a­ti­on and hyper­cho­le­ste­ro­lae­mia in high-fat diet-indu­­ced obe­se mice: poten­ti­al impli­ca­ti­on of the gut micro­bio­ta. Br J Nutr. 2013 Mar 14;109(5):802–9 (Abstract(s): PMID).
Bild­nach­weis
• The Mis­cel­la­ni­s­ta (unsplash.com, NUg9nKMb__Q).
wei­te­re Infos
Darm-Mikro­­bi­om und Über­ge­wicht.
Über­ge­wicht führt nicht zu Darm­träg­heit.