Lexikon

Cho­le­ste­rin

(n) Ste­ro­id­al­ko­hol mit fol­gen­den Funk­tio­nen im mensch­li­chen Kör­per: Auf­bau der Zell­mem­bran, Syn­the­se von Ste­ro­id­hor­mo­nen und Syn­the­se von Gal­len­säu­ren. Täg­lich wird mit der Nah­rung ca. 250–600 mg Cho­le­ste­rin auf­ge­nom­men. Davon wer­den unge­fähr 50 % über die Darm­mu­ko­sa resor­biert und dort in →Chy­lo­mi­kro­nen ein­ge­baut. Etwa 600 mg Cho­le­ste­rin wer­den täg­lich in den meis­ten Kör­per­zel­len, vor allem in der Leber und im Intesti­num, aus Ace­tyl-CoA syn­the­ti­siert. Bei der →Cho­le­ste­rin­bio­syn­the­se ist das Enzym →Beta-Hydro­xy­be­ta-methyl-glut­a­ryl-Coen­zym-A-Reduk­ta­se der geschwin­dig­keits­be­stim­men­de Fak­tor.

Cho­le­ste­rin liegt in den Zell­wän­den und auf der Ober­flä­che der →Lipo­pro­te­ine vor­al­lem als frei­es Cho­le­ste­rin vor, d.h. dass die Hydro­xyl­grup­pe an Posi­ti­on 3 unve­res­ter­tist. Ca. zwei Drit­tel des Cho­le­ste­rins sind jedoch­ve­res­tert, d.h. die Hydro­xyl­grup­pe an Posi­ti­on 3 ist mit einer Fett­säu­re veres­tert. Die­ses veres­ter­te Cho­le­ste­rin besitzt im Gegen­satz zum frei­en Cho­le­ste­rin kei­ne Was­ser­lös­lich­keit­mehr und befin­det sich auf Grund des­sen inden Ker­nen der Lipo­pro­te­ine, in den Zell­va­kuo­len und Athe­ro­men. Endo­gen wer­den täg­lich ca. 600 mg Cho­le­ste­rin gebil­det, exo­gen ca. 400 mg/d Cho­le­ste­rin auf­ge­nom­men. 600 mg/d wer­den bili­är aus­ge­schie­den, ca. 300 mg wer­den zu Gal­len­säu­ren umge­wan­delt. Ein klei­ner Teil des Cho­le­ste­rins geht mit abge­schil­fer­ten Zel­len bzw. nach Umwand­lung zu was­ser­lös­li­chen Hor­mo­nen mit dem Urin ver­lo­ren. Der größ­te Teil des täg­li­chen Cho­le­ste­rin­um­sat­zes erfolgt mit intra­zel­lu­lär syn­the­ti­sier­tem Cho­le­ste­rin; ledig­lich der hepa­ti­sche Cho­le­ste­rin­um­satz­ba­siert zu 70% auf Cho­le­ste­rin der Plas­ma-pro­te­ine. Der über­wie­gen­de Umsatz des →LDL-Cho­le­ste­rins geschieht via →LDL-Rezep­to­ren , nur in der Milz und im Intesti­num über­wiegt eine rezep­tor­un­ab­hän­gi­ge Auf­nah­me in die Zel­len. Die größ­te rezep­tor­un­ab­hän­gi­ge Auf­nah­me von Cho­le­ste­rin erfolgt aller­dings auf­grund der gro­ßen Organ­mas­se in der Mus­ku­la­tur. Bei Adi­pö­sen ist das Gesamt­cho­le­ste­rin im Mit­tel nur gering­fü­gig stär­ker erhöht als bei Nor­mal­ge­wich­ti­gen. Viel bedeu­ten­der als die ver­än­der­te Kon­zen­tra­ti­on des Gesamt­cho­le­ste­rins ist die ver­än­der­te Ver­tei­lung des Cho­le­ste­rins auf die Lipo­pro­te­ine. So ist bei Adi­pö­sen oft das →HDL-Cho­le­ste­rin ernied­rigt und das LDL-Cho­le­ste­rin erhöht.