Lexikon

Sub­strat­zy­klen

(mpl) Zu den Sub­strat­zy­klen gehö­ren kat­abo­le und ana­bo­le Stoff­wech­sel­vor­gän­ge (→Ana­bo­lis­mus, →Kat­abo­lis­mus). Nahe­zu alle kat­abo­len Vor­gän­ge füh­ren zur akti­vier­ten Essig­säu­re, dem →Ace­tyl-CoA. Beim Abbau der 3 Haupt­nähr­stof­fe ent­steht bei der →Glykoly­se aus Glu­co­se, bei der →Beta­oxi­da­ti­on der Fett­säu­ren und beim Ami­no­säu­ren­ab­bau der →Ami­no­säu­ren das Pyru­vat, die Vor­stu­fe des Ace­tyl-CoA. Hans Adolf Krebs (→Citrat­zy­klus, →Krebs-Zyklus) fand her­aus, dass für den wei­te­ren Abbau des Ace­tyl-CoA ein zykli­scher Vor­gang ver­ant­wort­lich ist, in des­sen Ver­lauf Ace­tyl-CoA zunächst mit Oxal­ace­tat unter Bil­dung von Citrat kon­den­siert. Citrat wird nun schritt­wei­se wie­der auf die Stu­fe des Oxal­ace­tats decar­boxy­liert und oxi­diert. Die dabei gewon­ne­nen Reduk­ti­ons­äqui­va­len­te wer­den in der Atmungs­ket­te reoxi­diert. Die drei Abbau­we­ge der Haupt­nähr­stof­fe als sol­che sind ihrer­seits auch wie­der je nach Stoff­wech­sel­la­ge umkehr­bar. Unter dem Aspekt der redu­zier­ten →Ther­mo­ge­ne­se als Prä­dik­tor für die Gewichts­zu­nah­me zeig­te sich bei Adi­pö­sen eine ver­min­der­te Wär­me­bil­dung. Die Sti­mu­lie­rung der Ther­mo­ge­ne­se durch eine Akti­vie­rung der Sub­strat­zy­klen mit Koh­len­hy­dra­ten (→nah­rungs­in­du­zier­te Ther­mo­ge­ne­se) sowie durch den →Sym­pa­thi­kus blei­ben aus. Auch nach einer Gewichts­ab­nah­me ist der Defekt unver­än­der­lich nach­weis­bar (Jung et al. 1979; Mül­ler et al. 1988). Bio­che­misch gese­hen wird der Effekt durch β1-Rezep­to­ren (→Beta­re­zep­to­ren) ver­mit­telt; β‑Blocker (→Beta-Rezep­to­ren-Blo­cker) hem­men die Wär­me­bil­dung. Das hier­für ver­ant­wort­li­che Gewe­be ist noch unbe­kannt (Tho­rin et al. 1986).